Cooking Projects – die unglaubliche Entdeckung der peruanischen Küche

gallery August 17, 2014 8 responses

„Hast du eigentlich schon mal peruanisch gegessen?“ Mit dieser unerwarteten Frage überraschte mich mein Arbeitskollege vor zwei Wochen. Da ich mit „Nein“ antwortete, war ich schnell Teil der zehnköpfigen Truppe, die sich in das „peruanische Abenteuer“ stürzte. Ein guter Freund des bereits erwähnten Arbeitskollegen bietet mit seinen „Cooking Projects“ Kennlern-Abende für die peruanische und auch südamerikanische Küche an. Und so machten wir uns auf den Weg ins westliche Südamerika – mitten in Eppendorf.

Mit einem Pisco Sour starteten wir als Aperitif in den Abend. Die Grundlage für diesen erfrischenden Drink ist der Traubenschnaps Pisco, der nach einer Stadt in Peru benannt ist. Er macht gut die Hälfte des Pisco Sours aus. Die andere Hälfte besteht aus Limettensaft, Zuckersirup und Eiklar – geschlagenem Eiweiß. Für die Ladies verfeinerte unser peruanischer Gastgeber Fernando die Drinks mit Zimt und für uns Jungs mit einem Spritzer Angostura, für die bittere Note. Das Ergebnis konnte sich sehen und schmecken lassen. Welch famoser Start in den kulinarischen Abend.

Cooking Projects - Peruanischer KochabendNun ging es an die Vorspeise „Ceviche“, ein traditionelles peruanisches Gericht. Ich hätte mich reinlegen können. Kinder, war das lecker. Wie die verschiedenen Aromen und Gewürze miteinander harmonierten, der helle Wahnsinn. Zugegeben, das hatte ich so nicht erwartet. Für uns Europäer ist das definitiv mal ein anderes Geschmackserlebnis. Fernando, dessen Leidenschaft schon immer das Kochen war, kreierte die Ceviche heute ein wenig anders. Im Ursprung wird sie mit Mais, geröstet und gekocht, Süßkartoffeln, Zwiebeln und Fisch zubereitet.  Koriander und Limettensaft sorgen für die richtige Frische. Anstatt der Variante mit Fisch gab es heute Gambas. Abgeschmeckt hat Fernando das Gericht mit Salz und Zucker im Verhältnis 1:2. Eine Geschmacks-Explosion.

Cooking Projects - Peruanischer KochabendZwischen den verschiedenen Gängen erzählte uns Fernando von seinem Leben und seiner Heimat.  Eigentlich ist er gelernter Architekt, die Kochkultur Perus hat ihn jedoch schon immer interessiert. Die unterschiedlichen Regionen, Klimazonen und Kulturen prägen die unzähligen Gerichte Perus – immerhin hat das Land mit ca. 30 Mio. Einwohnern mehr Speisen als China mit über 1,3 Mrd. Einwohnern, wie Fernando uns stolz erzählt. Die unterschiedlichen Einflüsse, die er uns aufzählt, scheinen kein Ende zu nehmen: „Perus Küche setzt sich aus vielen verschiedenen Regionen zusammen, wie zum Beispiel aus der traditionellen Küche Limas, der peruanische-chinesischen, der peruanische-italienischen und der afro-peruanischen Küche.“ Wir merkten schnell, dass es genau das ist, was diesen Abend so besonders macht: Neue schmackhafte und fremde Gerichte kennen lernen und mehr über die Kultur dahinter erfahren.

Cooking Projects - Peruanischer KochabendEs ging weiter mit dem Zwischengang: „Causa Relena“ – herzhafte ‘Tortenstückchen’ mit Kartoffelstampf, Avocado und einer Thunfischcreme-Füllung. Der gekühlte Kartoffelstampf dient hier als eine Art Kuchenteig. Die restlichen Zutaten werden kunstvoll übereinander geschichtet. Wieder etwas ganz Neues, das ich zuvor noch nicht gegessen hatte. Fazit: sehr lecker. Zum Hauptgang gab es „Tacu Tacu mit Lomo Saltado al Pisco“ – Rindergeschnetzeltes auf Peruanisch. Hierfür wird das Rind in einer Pfanne mit Öl gebraten und mit Pisco flambiert. In einer zweiten Pfanne wird „Tacu Tacu“ zubereitet. Die dunkle Masse besteht aus Bohnen, Zwiebeln, Knoblauch, Aji (Chili) und Essig, später wird noch Reis untergehoben. Rind und Tacu Tacu werden dann mit frischen Tomaten und Zwiebeln in einer großen Form serviert.

Cooking Projects - Peruanischer KochabendZum Abschluss reichte uns Fernando, der seine Gäste auf eine „Reise durch die peruanische Küche“ schickt, selbstgemachtes  Lucuma-Eis mit einer hausgemachten warmen Kakao-Sauce, die uns direkt in die Zeit der Inka zurückversetzte. Ein warmer, flüssiger Traum, der bestens mit dem selbstgemachten Eis harmoniert. Volle Punktzahl!

„Meine persönliche Kochkultur ist ein Erbe meiner Familie“, sagte Fernando zum Abschluss. Schön, dass wir an diesem Erbe teilhaben durften.

Ihr habt auch Interesse an einem dieser außergewöhnlichen Abende teilzunehmen? Dann meldet euch bei Fernando: finsuar@mail.com oder unter Fernando Insua bei Facebook. Wir können euch auch gerne den Kontakt vermitteln.

Cooking Projects - Peruanischer Kochabend

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8 responses

  • Ich liebe Pisco Sour! Und Ceviche! Und der Rest klingt auch grandios.
    Ich glaub, das müssen wir mal ausprobieren.
    Danke für den Tipp!

    Schönsten Sonntag
    Conny

    • Julian
      Julian

      Ja es war wahrlich ein Erlebnis, liebe Conny.
      Das müsst ihr definitiv mal ausprobieren.
      Schönen Sonntag auch für euch!
      Julian

  • Amanda

    Sieht wahnsinnig lecker aus! Beim nächsten Mal bin ich dabei! 🙂

    • Julian
      Julian

      Da hast du leider wirklich was verpasst. Es war mal was ganz anderes.
      Aber es gibt bestimmt ein nächstes Mal 🙂
      Entspannten Sonntag-Abend!
      Julian

  • Luis

    Hey Julian, eine gute Zusammenfassung über die Freude die Dir einem Abend bei Fernando bescheren kann. Ebenso sehr schöne Bilder!

    Als “Stammgast” von Fernandos Kochabende freut es mich dass es Dir und Deiner Gruppe so geschmeckt hat, würde aber gerne noch hinzufügen dass Fernandos Leidenschaft in der Küche mit einer großen Gastfreundschaft und Geselligkeit einhergeht.
    Bereits vor ca. 3 Jahren fanden die ersten Kochabende bei ihm statt, bedingt einerseits durch sein Interesse seine Kochkunst mit anderen zu teilen, aber auch um in einer kleineren Runde, eine gute und durchmischte Gesellschaft (etwa ca. 6-10 Leute) zusammen an einem Tisch zu kriegen und mit diesen einen lockeren Abend gemeinsam gestalten.
    Was aus Geselligkeit, gutem Geschmack und Gastfreundschaft entstand hat sich über die Zeit immer weiter entwickelt und professionalisiert, so dass Fernando in meinem Freundes- und Bekanntenkreis einen exzellenten Ruf als Hobby-Koch (und was für ein Hobby!) beschert hat.

    Mich freuts immer wieder wenn wir in kleinerer Mannschaft mit Fernando zunächst einen Termin und einige Menüvorschläge abstimmen um dann am besagten Abend bei ihm aufzuschlagen. Dabei finde ich einerseits neue kreative Gerichte auszuprobieren, aber eben so viel Spaß bereitet es mir auch neue Gesichter, interessante Menschen und viele Gemeinsamkeiten über dem Abend zu erfahren.
    Ein Abend bei Fernando…absolut empfehlenswert!

    • Julian
      Julian

      Hi Luis,

      danke für dein Feedback.

      Du hast vollkommen Recht, der Abend bei Fernando ist mal was ganz neues, nicht nur im Hinblick auf die leckeren peruanischen Gerichte, sondern auch das “Gesamtpaket”. Ich kann jedem nur empfehlen an einem seiner Koch-Abende teilzunehmen.

      Vielleicht sieht man sich ja mal dort 🙂

      Liebe Grüße
      Julian

  • Hallo ihr zwei,
    ein schöner Beitrag der mir Lust bereitet auch ein Mal die peruanischen Küche aus zu probieren.

    Viele liebe Grüße

    Andrea

    • Julian
      Julian

      Liebe Andrea,
      schön dass es dir gefällt. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mal an der peruanischen Küche zu probieren. Gerade “Ceviche” ist für den Einstieg ein sehr passendes Gericht. Und eine wahrliche “Geschmacksexplosion” 🙂

      Viele Grüße
      Julian

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